Professionelle Zahnreinigung

Der Ablauf Schritt für Schritt

Eine Professionelle Zahnreinigung folgt in der Praxis meist einer festen Reihenfolge: Zuerst werden Zähne und Zahnfleisch betrachtet, danach Beläge entfernt und die Oberflächen abschließend poliert. Die einzelnen Schritte richten sich nach dem Befund und danach, an welchen Stellen sich Ablagerungen befinden. Dabei kommen unterschiedliche Instrumente zum Einsatz, die jeweils einen bestimmten Zweck erfüllen. Die Behandlung endet üblicherweise mit einer Fluoridierung und dauert insgesamt etwa 30 bis 60 Minuten.

Befund und Anfärben der Beläge

Zu Beginn betrachtet das Praxisteam Zähne, Zahnfleisch und zugängliche Zahnzwischenräume. Dabei wird geprüft, wo weiche Beläge liegen, ob sich bereits Zahnstein gebildet hat und welche Bereiche besondere Aufmerksamkeit benötigen. Der Blick auf den Zahnfleischrand hilft, die anschließende Reinigung auf die tatsächlich betroffenen Stellen abzustimmen. Auch vorhandene Verfärbungen auf den Zahnoberflächen können bei der Untersuchung auffallen.

Ein Plaque-Indikator macht bakterielle Beläge sichtbar, indem er sie vorübergehend einfärbt. Je nach verwendetem Mittel erscheinen jüngere und ältere Ablagerungen in unterschiedlichen Farbtönen; die Färbung zeigt, wo Plaque besonders deutlich haftet. Häufig werden dabei schwer einsehbare Stellen sichtbar, etwa am Zahnfleischsaum oder zwischen eng stehenden Zähnen. Die Fachkraft kann so gezielter reinigen und anschließend prüfen, ob die angefärbten Bereiche ausreichend bearbeitet wurden. Das Anfärben dient der Orientierung während der Behandlung und macht die Verteilung der Beläge unmittelbar erkennbar.

Entfernung von Belägen und Zahnstein

Nach dem Befund werden harte und weiche Ablagerungen je nach Lage mit passenden Instrumenten gelöst. Die Behandlung erfolgt in einer nachvollziehbaren Reihenfolge, damit sowohl Zahnstein am Zahnfleischrand als auch oberflächliche Verfärbungen berücksichtigt werden.

  1. Ein Ultraschallscaler löst Zahnstein oberhalb des Zahnfleischrands mithilfe schnell schwingender Instrumentenspitzen; eine Wasserspülung kühlt die Spitze und unterstützt den Abtransport gelöster Ablagerungen.
  2. Handinstrumente wie Scaler und Küretten tragen verbliebene, fest haftende Zahnsteinreste ab. Ihre feinen Arbeitsenden ermöglichen es, einzelne Zahnflächen gezielt zu erreichen.
  3. Unterhalb des Zahnfleischrands wird nur gereinigt, wenn der Befund es erfordert. Dafür nutzt die Fachkraft geeignete Handinstrumente und arbeitet kontrolliert entlang der betroffenen Zahnflächen.
  4. Ein Pulverstrahlgerät richtet einen feinen Luft-Wasser-Pulverstrahl auf geeignete Zahnoberflächen. Damit lassen sich weiche Beläge und oberflächliche Verfärbungen beispielsweise durch Kaffee oder Tee lösen.
  5. Für den Pulverstrahl können Glycin- oder Erythritolpulver eingesetzt werden. Diese feinen Pulver dienen dazu, Beläge auch an schwer zugänglichen Stellen zu entfernen.
  6. Die Fachkraft passt den Einsatz des Pulverstrahlgeräts an die jeweilige Oberfläche und den Behandlungsbereich an. Nicht jede Stelle wird mit demselben Instrument bearbeitet.
  7. Zum Abschluss dieses Reinigungsschritts werden gelöste Rückstände abgesaugt oder abgespült. Die behandelten Flächen lassen sich dadurch kontrollieren, bevor die Politur beginnt.

Welche Instrumente tatsächlich nötig sind, hängt davon ab, ob überwiegend weiche Plaque, harter Zahnstein oder äußere Verfärbungen vorliegen. Eine Zahnreinigung kann oberflächliche Verfärbungen entfernen, verändert aber nicht die natürliche Zahnfarbe und ist keine Zahnaufhellung.

Politur und Fluoridierung

Nach dem Entfernen der Ablagerungen werden verbliebene Belagsreste geglättet. Dafür nutzt die Fachkraft meist einen rotierenden Gummikelch oder eine kleine Bürste zusammen mit Polierpaste. Die Paste wird auf die Zahnoberflächen aufgetragen und mit gleichmäßigen Bewegungen verteilt. So lassen sich Rückstände an erreichbaren Flächen beseitigen und raue Stellen glätten, an denen sich Beläge festsetzen können. Die Politur ergänzt die vorherige Reinigung, ersetzt sie aber nicht: Hartnäckiger Zahnstein wird zuvor mit Ultraschall- oder Handinstrumenten entfernt.

Anschließend kann ein Fluoridlack oder Fluoridgel auf die Zahnoberflächen aufgetragen werden. Das Fluorid unterstützt die Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelzes und ergänzt die Behandlung nach der mechanischen Reinigung. Das Mittel wird gezielt verteilt, sodass die gereinigten Flächen damit in Kontakt kommen. Welche Form verwendet wird, richtet sich nach dem Vorgehen der Praxis und dem individuellen Befund.

Die Dauer der Zahnreinigung beträgt üblicherweise etwa eine halbe bis eine Stunde. Wie viel Zeit benötigt wird, hängt unter anderem von der Zahl der zu reinigenden Zähne und dem Umfang der Ablagerungen ab. In der Zahnarztpraxis wird die Behandlung von speziell geschultem Personal durchgeführt, zum Beispiel von Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentinnen oder Dentalhygienikerinnen und Dentalhygienikern. Praktisch heißt das: Befund, gezielte Entfernung, Politur und Fluoridierung bilden meist einen Termin von rund 30 bis 60 Minuten.

Zahnsteinentfernung und PZR im Vergleich

Zahnsteinentfernung und professionelle Zahnreinigung werden häufig verwechselt, bezeichnen aber unterschiedliche Leistungen. Die Zahnsteinentfernung konzentriert sich auf harte, mineralisierte Ablagerungen; eine PZR umfasst weitere Reinigungsschritte. Auch Behandlungsbereich und Kostenträgerschaft unterscheiden sich. Die PZR ersetzt die tägliche Mundpflege zu Hause nicht, sondern ergänzt sie.

Die Unterschiede

Zahnstein entsteht, wenn sich Plaque durch Mineralien aus dem Speichel verhärtet. Die Ablagerungen können oberhalb des Zahnfleischrands liegen und sind dann supragingival; unterhalb des Rands werden sie als subgingival bezeichnet. Mit der Zahnbürste lassen sie sich nicht zuverlässig entfernen.

Die Zahnsteinentfernung ist auf diese harten Beläge ausgerichtet. Eine PZR geht darüber hinaus und bezieht auch weiche Beläge sowie weitere Reinigungsschritte ein:

Zahnsteinentfernung und professionelle Zahnreinigung im Vergleich
KriteriumZahnsteinentfernungProfessionelle Zahnreinigung
Entferntes MaterialVor allem mineralisierte, harte Plaque; häufig supragingivaler Zahnstein.Harte und weiche Beläge sowie Biofilm; Zahnstein kann oberhalb und, je nach Befund, unterhalb des Zahnfleischrands entfernt werden.
BehandlungsbereichVorwiegend zugängliche Zahnflächen am Zahnfleischrand und oberhalb davon.Zahnflächen und Zahnzwischenräume; die Reinigung wird an den Befund angepasst.
Enthaltene SchritteEntfernung der Zahnsteinablagerungen mit geeigneten Instrumenten; eine umfassende Politur und Reinigung der Zahnzwischenräume sind nicht automatisch Bestandteil.Entfernung von Belägen, Reinigung der Zahnzwischenräume, Politur der Zahnoberflächen und in der Regel Fluoridierung.
KostenträgerschaftDie gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Leistung einmal pro Kalenderjahr.Keine gesetzliche Standardleistung; private Abrechnung nach GOZ 1040, teilweise freiwillige Zuschüsse der Krankenkassen.

Die Bezeichnung Zahnsteinentfernung beschreibt also eine begrenzte Maßnahme, während die PZR mehrere Arbeitsschritte verbindet. Die konkrete Behandlung richtet sich nach den vorhandenen Belägen und dem Zustand des Zahnfleischs.

Praktisch gilt: Geht es ausschließlich um Zahnstein, ist die jährliche Kassenleistung davon zu unterscheiden; für eine umfassendere Reinigung ist die PZR eine eigenständige Leistung. Beide Verfahren unterstützen die Mundgesundheit, ersetzen aber nicht das tägliche Zähneputzen und die Reinigung der Zahnzwischenräume.

Was die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Zahnsteinentfernung einmal pro Kalenderjahr als Standardleistung. Diese Leistung betrifft das Entfernen von Zahnstein und ist nicht mit einer vollständigen professionellen Zahnreinigung gleichzusetzen. Eine PZR gehört nicht zum allgemeinen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.

Einzelne Krankenkassen können sich dennoch freiwillig an den Kosten einer PZR beteiligen. Solche Zuschüsse sind Satzungsleistungen: Ob sie angeboten werden und welche Voraussetzungen gelten, bestimmt die jeweilige Krankenkasse. Erstattungsbedingungen können sich unterscheiden, deshalb sollten Versicherte die aktuellen Einzelheiten direkt bei ihrer Kasse erfragen.

Wird die PZR privat abgerechnet, erfolgt die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), in der sie unter der Nummer 1040 geführt wird. Die Abrechnung ist damit von der einmal jährlich übernommenen Zahnsteinentfernung getrennt. Fragen zur möglichen Erstattung lassen sich vor der Behandlung mit der Krankenkasse und der Zahnarztpraxis klären.

Für wen sie sinnvoll ist und wie oft

Ob eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll ist und in welchem Abstand sie stattfindet, hängt von der Mundgesundheit und den persönlichen Pflegebedingungen ab. Besonders relevant sind die Menge der Zahnbeläge, der Zustand des Zahnfleischs und das individuelle Kariesrisiko. Auch Implantate, Zahnspangen oder schwer erreichbare Stellen können den Reinigungsbedarf beeinflussen. Die PZR ergänzt das tägliche Zähneputzen und die Reinigung der Zahnzwischenräume, ersetzt beides aber nicht.

Typische Gründe

Eine professionelle Reinigung kann besonders dann sinnvoll sein, wenn sich Beläge an schwer zugänglichen Stellen ansammeln oder das Risiko für Erkrankungen erhöht ist. Häufig spielen diese Situationen eine Rolle:

  • Bei einer Zahnfleischentzündung sammeln sich Beläge häufig am Zahnfleischrand; die professionelle Reinigung kann bakterielle Ablagerungen reduzieren und die Pflege entzündeter Bereiche unterstützen.
  • Nach einer Parodontitisbehandlung hilft die regelmäßige professionelle Reinigung, neue Beläge an behandelten Stellen zu entfernen und den erreichten Zustand des Zahnfleischs zu erhalten.
  • Rund um Implantate können sich bakterielle Beläge festsetzen; ihre sorgfältige Entfernung dient dazu, das Risiko einer Entzündung des Implantatlagers, einer Periimplantitis, zu verringern.
  • Bei festsitzenden Zahnspangen erschweren Brackets und Drähte das Säubern der Zahnflächen; Speisereste und Plaque bleiben leichter zurück und erhöhen den Pflegeaufwand.
  • An Kronen- und Brückenrändern können Übergänge schwer mit der Zahnbürste erreichbar sein; dort angesammelte Beläge lassen sich bei der Reinigung gezielt entfernen.
  • Ein erhöhtes Kariesrisiko, etwa durch häufige neue Kariesstellen, kann Anlass sein, die häusliche Mundpflege durch eine professionelle Reinigung zu ergänzen.
  • Bei eingeschränkter Beweglichkeit oder anderen Einschränkungen der Handführung gelingt gründliches Putzen mitunter schwer; eine Reinigung kann schwer erreichbare Bereiche zusätzlich berücksichtigen.

Die Gründe können einzeln oder gemeinsam auftreten: Eine Zahnspange ist beispielsweise ein zusätzlicher Faktor, wenn zugleich bereits Karies aufgetreten ist. Welche Bereiche besondere Aufmerksamkeit brauchen, richtet sich nach dem individuellen Befund und der jeweiligen Versorgung im Mund.

Abstände richten sich nach dem Risiko

Für die passenden Abstände gibt es keine einheitliche Häufigkeit, die für alle Menschen gleichermaßen gilt. Entscheidend ist, wie schnell sich Beläge bilden und welche Folgen sie für Zahnfleisch und Zähne haben:

  • Bei starkem Plaqueaufkommen können sich weiche Beläge rasch ansammeln; der Reinigungsbedarf hängt davon ab, wie gut sich diese im Alltag entfernen lassen.
  • Gerötetes, geschwollenes oder leicht blutendes Zahnfleisch kann auf eine erhöhte Belastung hinweisen und bei der Festlegung des nächsten Reinigungstermins berücksichtigt werden.
  • Ein erhöhtes Kariesrisiko, etwa bei wiederholt auftretenden Läsionen, kann engere Abstände nahelegen als bei stabilen Zähnen ohne neue Schäden.
  • Bei wenig Plaque, gesundem Zahnfleisch und geringem Kariesrisiko kann ein größerer Abstand passend sein; die individuelle Entwicklung bleibt maßgeblich.

Je nach persönlichem Bedarf kann eine Zahnreinigung beim Zahnarzt ein- bis mehrmals pro Jahr stattfinden. Der Rhythmus wird anhand der Mundgesundheit festgelegt und kann sich ändern, wenn sich Plaqueaufkommen, Zahnfleischzustand oder Kariesrisiko verändern. Ein fester Jahresabstand lässt sich deshalb nicht pauschal für jede Person empfehlen. Bei der Planung werden die Befunde und die bisherige Entwicklung gemeinsam eingeordnet.

Praktisch ist es, den Abstand bei den regelmäßigen zahnärztlichen Kontrollen anhand dieser drei Faktoren neu abzustimmen, statt einen unveränderten Terminrhythmus vorauszusetzen.

PZR ergänzt die tägliche Mundpflege

Eine Professionelle Zahnreinigung findet in der Zahnarztpraxis in größeren Abständen statt; die häusliche Mundpflege gehört dagegen jeden Tag zur Routine. Sie entfernt Beläge, die bei der eigenen Pflege schwer erreichbar sein können, ersetzt das regelmäßige Reinigen der Zähne aber nicht. Denn neue Beläge entstehen fortlaufend und müssen auch zwischen den Terminen entfernt werden. Für eine wirksame Prophylaxe ergänzen sich daher die Behandlung in der Praxis und die tägliche Pflege zu Hause.

Tägliche Mundpflege bleibt notwendig

Die Zahnreinigung beim Zahnarzt ist eine ergänzende Behandlung und keine dauerhafte Pflege der Zähne. Zwischen den Terminen sammeln sich erneut Beläge an, deshalb bleibt die tägliche Reinigung zu Hause entscheidend. Eine PZR kann einzelne schwer erreichbare Stellen gründlich säubern; sie übernimmt jedoch nicht das regelmäßige Entfernen der Beläge, die sich danach neu bilden.

Putzen Sie Ihre Zähne morgens und abends jeweils etwa zwei Minuten mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Reinigen Sie dabei die Außen-, Innen- und Kauflächen und führen Sie die Bürste auch am Übergang zum Zahnfleisch entlang. Eine elektrische oder eine Handzahnbürste kann dafür verwendet werden; wichtig ist, dass alle Zahnflächen systematisch erreicht werden.

Zur täglichen Pflege gehört außerdem die Reinigung der Zahnzwischenräume, denn dort kommt eine Zahnbürste nur eingeschränkt hin. Zahnseide eignet sich besonders für enge Zwischenräume, während passende Interdentalbürsten größere Lücken reinigen können. Welche Hilfsmittel zu den individuellen Zahnzwischenräumen passen, lässt sich in der Zahnarztpraxis zeigen.

Praktisch ist die Kombination: zweimal täglich sorgfältig putzen, die Zwischenräume täglich reinigen und die PZR als Ergänzung nutzen.