Was Weisheitszähne sind
Die Weisheitszähne gehören zum bleibenden Gebiss und sitzen ganz hinten in den Zahnreihen. Ihre Entwicklung beginnt lange vor dem sichtbaren Durchbruch. Wie viele dieser Zähne angelegt sind und wann sie erscheinen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ihr Vorhandensein bedeutet nicht automatisch, dass sie entfernt werden müssen.
Dritte Molaren im hinteren Kiefer
Weisheitszähne sind die dritten Molaren, auch als M3 bezeichnet, und bilden den jeweils letzten Zahn in jedem der vier Kieferquadranten. In der Alltagssprache werden sie wegen ihrer Position häufig „Achter“ genannt. Bei einem vollständigen Gebiss gibt es oben rechts, oben links, unten links und unten rechts je einen Weisheitszahn.
Das FDI-Zahnschema ordnet ihnen die Nummern 18, 28, 38 und 48 zu: 18 bezeichnet den oberen rechten, 28 den oberen linken, 38 den unteren linken und 48 den unteren rechten dritten Molaren. Die erste Ziffer steht für den Quadranten, die zweite für die Position des Zahns innerhalb dieses Quadranten; vom mittleren Schneidezahn aus gezählt ist der Weisheitszahn die Nummer acht.
Nicht jeder Mensch hat vier Weisheitszähne. Es können weniger Zahnanlagen vorhanden sein, und bei manchen Menschen fehlen alle vier. Eine solche angeborene Nichtanlage bedeutet, dass sich die betreffenden Zähne gar nicht entwickelt haben. Sie ist von einem Zahn zu unterscheiden, der zwar angelegt ist, aber nicht sichtbar durchbricht. Die Anzahl der Weisheitszähne ist daher nicht bei allen Gebissen gleich.
Wann sie durchbrechen
Der Weisheitszähne-Durchbruch findet typischerweise etwa zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr statt. Diese Orientierungsspanne nennt die deutsche S2k-Leitlinie zur operativen Entfernung von Weisheitszähnen (AWMF, 2019). Der genaue Zeitpunkt ist individuell: Ein Zahn kann später sichtbar werden oder im Mund gar nicht durchbrechen.
Die Entwicklung beginnt mit einer Zahnanlage im Kiefer. Daraus bildet sich zunächst die Zahnkrone; anschließend entstehen die Wurzelanteile, während der Zahn im Kiefer weiter heranreift. Wenn er seinen Weg durch Knochen und Zahnfleisch nimmt, wird er im Mund sichtbar. Die Wurzelbildung kann nach dem Durchbruch noch fortschreiten.
Im hinteren Kiefer ist häufig wenig Platz für die zusätzlichen Molaren. Deshalb können Weisheitszähne im Knochen verbleiben oder nur teilweise durch das Zahnfleisch treten. Ein später oder ausbleibender sichtbarer Durchbruch ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass keine Zahnanlage vorhanden ist: Der Zahn kann angelegt sein, ohne die Mundhöhle zu erreichen. Weisheitszähne müssen außerdem nicht grundsätzlich entfernt werden; entscheidend ist die individuelle Situation des jeweiligen Zahns.
Wenn der Platz fehlt: Retention und Perikoronitis
Ein Weisheitszahn kann im Kieferknochen verbleiben, nur teilweise durchbrechen oder in einer ungewöhnlichen Richtung liegen. Diese Unterschiede beeinflussen, ob sich Beläge und Speisereste an schwer erreichbaren Stellen festsetzen können. Besonders unter einem Zahnfleischlappen kann sich eine Entzündung entwickeln. Die genaue Lage und die Beschwerden geben Aufschluss darüber, welche Probleme auftreten können.
Retiniert, teilretiniert, verlagert
Die Begriffe beschreiben, ob ein Weisheitszahn durchgebrochen ist und wie er im Kiefer liegt. Bei einer Verlagerung wird die Richtung des Zahns anhand seiner Achse zum benachbarten zweiten Backenzahn eingeordnet; die Bezeichnungen mesioangulär, horizontal und distoangulär gehören zur Winter-Klassifikation.
| Zahnzustand | Bedeutung | Typisches Risiko |
|---|---|---|
| Retention | Der Zahn ist nicht durchgebrochen und verbleibt vollständig im Knochen. | Seine Lage kann den benachbarten Zahn oder umliegende Strukturen beeinflussen; Beschwerden müssen nicht auftreten. |
| Teilretention | Der Zahn ist teilweise durchgebrochen und noch von Zahnfleisch oder Knochen bedeckt. | Unter dem Zahnfleisch können sich Beläge und Speisereste sammeln; das begünstigt lokale Entzündungen. |
| Mesioanguläre Verlagerung | Die Zahnkrone ist nach vorn, zum zweiten Backenzahn hin, geneigt. | Bei engem Kontakt kann die Reinigung erschwert sein und der Nachbarzahn belastet werden. |
| Horizontale Verlagerung | Der Zahn liegt seitlich statt aufrecht im Kiefer. | Die Zahnkrone kann nahe am zweiten Backenzahn liegen und dort Druck ausüben. |
| Distoanguläre Verlagerung | Die Zahnkrone ist nach hinten, vom zweiten Backenzahn weg, geneigt. | Der schräge Verlauf kann den Durchbruch behindern und die Beurteilung der Lage erschweren. |
Die Begriffe beschreiben die Lage, nicht automatisch eine Erkrankung. Ob daraus Weisheitszähne Beschwerden entstehen, hängt unter anderem davon ab, ob der Zahn Kontakt zum Nachbarzahn hat oder das Zahnfleisch gereizt wird.
Perikoronitis
Eine Perikoronitis ist eine Entzündung des Zahnfleischlappens, des sogenannten Operculums, über einem teilweise durchgebrochenen Weisheitszahn. Zwischen dem Zahn und dem überhängenden Zahnfleisch kann eine schwer zugängliche Tasche entstehen. Speisereste und bakterielle Beläge lassen sich dort oft nur unzureichend entfernen und können die Entzündung begünstigen.
Typisch sind Schmerzen am hinteren Kiefer, eine gerötete oder geschwollene Zahnfleischregion und ein Druck- oder Spannungsgefühl. Je nach Ausprägung kann das Öffnen des Mundes erschwert sein. Auch ein unangenehmer Geschmack kann auftreten, wenn sich in der Tasche Beläge ansammeln oder entzündliches Sekret austritt. Die Beschwerden können sich auf die unmittelbare Stelle beschränken oder beim Kauen stärker bemerkbar machen.
Bei Schmerzen, Schwellung, eingeschränkter Mundöffnung oder unangenehmem Geschmack sollte die Stelle zahnärztlich abgeklärt werden. Eine Untersuchung kann zeigen, ob tatsächlich das Operculum entzündet ist und ob der teilweise durchgebrochene Zahn die Ursache bildet. Wiederkehrende Perikoronitis ist ein häufiger Grund, eine Entfernung des Weisheitszahns zu erwägen, weil sich die schwer zu reinigende Zahnfleischtasche erneut entzünden kann.
Entfernen oder behalten?
Ob Weisheitszähne entfernt werden sollten, hängt nicht allein davon ab, ob sie bereits vollständig durchgebrochen sind. Entscheidend sind Beschwerden, Erkrankungszeichen und die Lage der Zähne im Kiefer. Ein symptomfreier Zahn ohne auffälligen Befund kann unter Beobachtung bleiben. Bei Anzeichen für Schäden oder wiederkehrende Entzündungen fällt die Abwägung anders aus. Die Entscheidung stützt sich auf die Untersuchung und passende Röntgenbilder.
Gründe für eine Entfernung
Eine Entfernung wird erwogen, wenn ein Weisheitszahn wiederholt Beschwerden verursacht oder bereits eine Erkrankung erkennbar ist. Auch mögliche Schäden an benachbarten Strukturen können dafür sprechen.
- Wiederkehrende Perikoronitis, also Entzündungen des Zahnfleischs über einem teilweise durchgebrochenen Zahn, kann erneut Schmerzen und eingeschränkte Mundöffnung auslösen.
- Karies am Weisheitszahn ist ein möglicher Grund, besonders wenn der Zahn wegen seiner hinteren Lage schwer zu reinigen und dauerhaft zu versorgen ist.
- Karies am zweiten Molaren kann entstehen, wenn sich zwischen ihm und dem Weisheitszahn Plaque festsetzt oder der Zugang zur Reinigung stark erschwert ist.
- Ein Weisheitszahn kann die Wurzel des zweiten Molaren schädigen oder bei einem konkreten kieferorthopädischen oder prothetischen Behandlungsplan im Weg liegen.
Solche Befunde bedeuten nicht automatisch, dass jeder Weisheitszahn entfernt werden muss. Maßgeblich ist, ob die festgestellte Erkrankung oder ein absehbares Risiko durch den Zahn begründet ist.
Gründe für Abwarten
Abwarten kommt infrage, wenn ein Weisheitszahn keine Beschwerden verursacht, stabil und ohne erkennbare Erkrankung im Kiefer steht. Fehlen Karies, Entzündungen, Zysten und Hinweise auf eine Schädigung des Nachbarzahns, besteht nicht allein wegen seines Vorhandenseins ein Anlass zur Entfernung.
Die britische NICE-Empfehlung aus dem Jahr 2000 spricht sich gegen die pauschale vorbeugende Entfernung symptomfreier, krankheitsfreier Weisheitszähne aus. Sie ist eine britische Leitlinie und keine deutsche Regelung. Für Deutschland gibt es eine AWMF-Leitlinie zur operativen Entfernung von Weisheitszähnen, erarbeitet von DGMKG und DGZMK. Ein beschwerdefreier Zahn wird daher anhand seiner Befunde beurteilt und kann bei stabiler Situation weiter beobachtet werden.
Wie die Entscheidung getroffen wird
Für die Entscheidung werden Beschwerden und klinischer Befund mit der Lage des Zahns im Kiefer abgeglichen. Eine Röntgenuntersuchung zeigt, ob der Zahn benachbarte Zähne oder knöcherne Strukturen beeinträchtigen könnte.
- Art und Häufigkeit der Beschwerden helfen einzuordnen, ob es sich um ein einmaliges Ereignis oder wiederkehrende Probleme handelt.
- Eine Panoramaschichtaufnahme bildet beide Kiefer und die Weisheitszähne ab; sie gibt einen Überblick über Zahnstellung, Wurzeln und Nachbarzähne.
- Die Zahnposition zeigt, ob der Weisheitszahn vollständig im Kiefer liegt, teilweise durchgebrochen ist oder schräg zum zweiten Molaren steht.
- Am zweiten Molaren wird geprüft, ob sich Hinweise auf Karies, eine Schädigung der Wurzel oder eine schwer zugängliche Kontaktstelle zeigen.
- Die Nähe zum Nervus alveolaris inferior ist besonders bei unteren Weisheitszähnen wichtig, weil dessen Verlauf nahe an den Zahnwurzeln liegen kann.
- Eine Digitale Volumentomographie (DVT) kommt in manchen Fällen infrage, wenn die Panoramaschichtaufnahme die Beziehung zum Nerv nicht ausreichend erkennen lässt.
Die DVT liefert dreidimensionale Bilder, ist aber nicht automatisch bei jeder geplanten Entfernung erforderlich. Ob sie zusätzliche Informationen bietet, hängt vom Röntgenbefund und der vermuteten Nähe zum Nerv ab.
Erst die gemeinsame Betrachtung dieser Punkte ermöglicht eine individuelle Abwägung: Ein auffälliger Befund kann für eine Entfernung sprechen, während eine stabile, krankheitsfreie Position Beobachtung zulassen kann.
Ablauf einer Entfernung
Eine Entfernung beginnt mit einem Gespräch über den Befund, die geplante Behandlung und mögliche Risiken. Danach wird die passende Betäubung gewählt und der Weisheitszahn je nach Lage in mehreren Schritten entfernt. In den ersten Tagen sind Veränderungen wie Schwellung oder eingeschränkte Mundöffnung möglich. Auch die Nachsorge und Warnzeichen, die zahnärztlich abgeklärt werden sollten, gehören zum Ablauf.
Aufklärung und Vorbereitung
Vor dem Eingriff bespricht die Zahnärztin oder der Zahnarzt den Befund, Ihre gesundheitliche Vorgeschichte und den geplanten Ablauf. Eine Röntgenaufnahme zeigt die Lage der Zähne und kann helfen, die Nähe zu Nachbarzähnen und Nerven einzuschätzen.
- Im Gespräch werden Vorerkrankungen, Allergien und regelmäßig eingenommene Medikamente erfasst, damit die Behandlung und Betäubung auf Ihre gesundheitliche Situation abgestimmt werden können.
- Die Röntgenuntersuchung macht sichtbar, ob ein Weisheitszahn gerade, gekippt oder tief im Kiefer liegt und wie seine Wurzeln zu wichtigen Strukturen stehen.
- Vorab wird erläutert, ob ein Zahn unkompliziert entfernt werden kann oder ob ein Zugang durch das Zahnfleisch und gegebenenfalls den Knochen nötig ist.
- Zu den möglichen Risiken zählen eine Nachblutung, Schwellung, Infektion sowie eine Alveolitis, eine schmerzhafte Entzündung der leeren Zahnalveole nach Verlust des Blutgerinnsels.
- Selten können Sensibilitätsstörungen auftreten: Im Unterkiefer kann der Nervus alveolaris inferior betroffen sein, im Bereich der Zunge der Nervus lingualis.
- Besprochen wird auch, dass dadurch vorübergehend oder anhaltend das Gefühl an Lippe beziehungsweise Zunge verändert sein kann; Fragen und individuelle Risiken werden vor der Einwilligung geklärt.
Vor der Behandlung erhalten Sie Informationen dazu, was am Behandlungstag zu beachten ist. Bei einer geplanten Sedierung oder Vollnarkose können zusätzliche Vorbereitungen und eine Begleitperson erforderlich sein; die Praxis erklärt die konkreten Vorgaben.
Betäubung und Eingriff
Bei einer Weisheitszahn-OP reicht häufig eine örtliche Betäubung aus. Das Betäubungsmittel wird in das Gewebe nahe dem betreffenden Zahnbereich gegeben; der Bereich wird taub, während Sie wach bleiben. Druck und Bewegung können noch wahrnehmbar sein, der Eingriff sollte jedoch nicht schmerzhaft sein. Teilen Sie dem Behandlungsteam mit, falls Sie währenddessen Schmerzen spüren.
Je nach Befund und persönlicher Situation kommen auch eine Sedierung oder eine Vollnarkose infrage. Eine Sedierung beruhigt und macht schläfrig, ersetzt die örtliche Betäubung aber nicht zwingend. Bei einer Vollnarkose sind Sie während des Eingriffs nicht bei Bewusstsein. Werden mehrere Weisheitszähne entfernt, können Sedierung oder Vollnarkose erwogen werden; welche Möglichkeit passt, wird vorab mit Ihnen und dem Behandlungsteam festgelegt.
Nach wirksamer Betäubung wird bei einem vollständig sichtbaren Zahn das Zahnfleisch meist nicht eröffnet. Liegt der Zahn teilweise oder vollständig im Kiefer, setzt die Zahnärztin oder der Zahnarzt einen Zugang durch das Zahnfleisch. Bei Bedarf wird wenig Knochen abgetragen oder der Zahn geteilt, damit er sich kontrolliert entfernen lässt. Anschließend wird die Wunde gereinigt und bei Bedarf mit Fäden verschlossen. Umfang und Dauer unterscheiden sich danach, wie viele Zähne behandelt werden und wie sie liegen.
Die Zeit danach
Nach dem Eingriff sind eine Wundempfindlichkeit, eine eingeschränkte Mundöffnung und eine Schwellung im Wangenbereich möglich. Die Schwellung erreicht häufig etwa zwei bis drei Tage nach der Operation ihren Höhepunkt und geht danach allmählich zurück. Diese zeitliche Entwicklung wird in der Fachliteratur zur Weisheitszahnentfernung beschrieben, etwa bei Hupp, Ellis und Tucker, Contemporary Oral and Maxillofacial Surgery, 7. Auflage, 2019. Auch Blutergüsse können auftreten; wie stark die Beschwerden ausfallen, hängt unter anderem vom Umfang des Eingriffs ab.
Halten Sie sich an die individuellen Hinweise der Praxis zu Kühlung, Mundpflege und Ernährung. Besonders am ersten Tag sollte die Wunde nicht durch kräftiges Spülen oder Saugen am Blutgerinnsel gereizt werden. Rauchen erhöht das Risiko einer Alveolitis, weil es die Wundheilung beeinträchtigen und den Verlust des schützenden Blutgerinnsels begünstigen kann. Verzichten Sie deshalb während der Heilungsphase auf das Rauchen und fragen Sie bei Unsicherheit nach den für Ihren Eingriff geltenden Empfehlungen.
Nicht selbstauflösende Fäden werden meist nach ungefähr einer Woche entfernt; Hupp, Ellis und Tucker nennen diesen Zeitraum ebenfalls in der 7. Auflage von 2019. Achten Sie auf anhaltende Blutung, zunehmende Schwellung oder stärker werdende Schmerzen, Fieber, Anzeichen einer Infektion sowie neue oder anhaltende Gefühlsstörungen an Lippe oder Zunge. Lassen Sie solche Beschwerden zahnärztlich abklären, statt den Verlauf eigenständig zu beurteilen.
Häufige Fragen zu Weisheitszähnen
Wie sich Weisheitszähne entwickeln und ob sie Beschwerden verursachen, hängt unter anderem von ihrer Lage im Kiefer und ihrem Durchbruch ab.
Müssen Weisheitszähne immer entfernt werden?
Nein, Weisheitszähne müssen nicht grundsätzlich entfernt werden; eine Entfernung wird nur bei entsprechenden Befunden oder einem klaren Risiko erwogen. Symptomfreie Zähne ohne Krankheitszeichen müssen nicht pauschal entfernt werden. Ob eine Kontrolle ausreicht, beurteilt die Zahnärztin oder der Zahnarzt anhand der Untersuchung und der Entwicklung des Befunds.
Können Weisheitszähne die Zähne verschieben?
Ein klarer Zusammenhang zwischen Weisheitszähnen und einem späteren Engstand der Frontzähne ist durch die vorhandene Evidenz nicht belegt. Wenn sich die Zahnstellung im Laufe der Jahre verändert, lässt sich das daher nicht einfach den Weisheitszähnen zuschreiben. Eine Entfernung allein zur Vorbeugung eines möglichen Engstands ist nicht durch einen gesicherten ursächlichen Zusammenhang begründet.
Was passiert, wenn ein Weisheitszahn nicht durchbricht?
Ein vollständig retinierter Weisheitszahn kann lebenslang symptomfrei im Kiefer bleiben. Er sollte dennoch bei regelmäßigen zahnärztlichen Untersuchungen mitkontrolliert werden, damit Veränderungen rechtzeitig auffallen. Selten kann sich um einen retinierten Zahn eine Zyste bilden; die Möglichkeit allein bedeutet jedoch nicht, dass jeder beschwerdefreie Zahn entfernt werden muss.
Ist das Durchbrechen schmerzhaft?
Beim Durchbruch können ein Druckgefühl im Kiefer und leichte Beschwerden auftreten, müssen es aber nicht. Starke Schmerzen oder eine deutliche Schwellung gehen über solche leichten Begleiterscheinungen hinaus; auch Fieber sollte ernst genommen werden. Bei diesen ausgeprägten Warnzeichen ist eine zahnärztliche Abklärung angezeigt.